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Der Ladeständer Ratgeber: Informationen, Neuigkeiten und Praxiswissen Rund um das Thema E-Bike laden.
Der Ladeständer: Thema Mobilitätswende. - Lesezeit: 1 Minute -Von Burkhard Göttsch

Der Qualitäts- und Design-Fokus
Stahl statt Plastik: Warum die Mobilitätswende ein „Urviech“ braucht
Urbaner Raum ist ein hartes Pflaster. Wind, Wetter und leider auch Vandalismus setzen Stadtmöbeln täglich zu. Wer billige Kunststofflösungen wählt, kauft oft zweimal. Genau hier setzt die Philosophie von derLadestaender® an: Wir glauben, dass Infrastruktur unerschütterlich sein muss. Unsere Modelle wie der ehrliche Kuno, der smarte Fiete oder der ästhetische Heino sind nicht einfach nur Ladestationen – sie sind Charakterköpfe aus massivem Stahl.
Warum wir das tun? Weil echte Nachhaltigkeit bedeutet, dass ein Produkt Jahrzehnte überdauert und dabei auch noch gut aussieht. Prämierte Qualität aus Ostfriesland bedeutet für uns: Hochleistungselektronik wie USB-C High-Speed-Ports trifft auf unverwüstliches Handwerk. Es geht darum, Lösungen zu schaffen, die sich harmonisch in das Stadtbild oder vor die Hotelfassade fügen, ohne dabei unterzugehen. In einer Welt voller Wegwerfartikel ist ein Ladeständer aus massivem Metall ein Versprechen an die Zukunft: sicher, robust und innovativ.
Der Ladeständer: Thema Mobilitätswende. - Lesezeit: 2 Minuten -Von Burkhard Göttsch
Der strategische Blickwinkel
Die Lade-Lücke schließen: Warum 2026 das Jahr der E-Bike-Infrastruktur wird
In deutschen Städten und Regionen rollt eine Revolution auf zwei Rädern. Doch während die Verkaufszahlen für E-Bikes jährlich neue Rekorde brechen, hinkt die Infrastruktur hinterher. Die Suche nach einer sicheren Steckdose wird für Radtouristen, Mitarbeiter und Patienten oft zur Geduldsprobe. Wer heute als Unternehmer oder Kommune keine professionelle Antwort auf die Frage „Wo kann ich laden?“ hat, verliert den Anschluss.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um ein nettes Service-Angebot. Mit dem GEIG 2025 (Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz) wird das Bereitstellen von Ladepunkten bei Neubau oder Renovierung zur gesetzlichen Pflicht. Doch Vorsicht vor schnellen Provisorien: Der Brandschutz ist das Zünglein an der Waage. Lithium-Ionen-Akkus gehören beim Laden nicht in den Flur oder das Büro, sondern in den geschützten Außenbereich. Wer hier auf Lösungen „mit Format“ setzt, schützt nicht nur sein Gebäude, sondern investiert in ein sichtbares Statement für Qualität und Sicherheit.
Fazit: Professionelle Ladeinfrastruktur ist das neue WLAN der Gastronomie und die Visitenkarte moderner Arbeitgeber.

Der Technik-Check – Was eine gute Ladestation wirklich können muss
Titel: Schuko, USB-C oder Wallbox? Die verschiedenen Ladetechnologien im Überblick
Wer sich heute mit Ladeinfrastruktur beschäftigt, stößt auf einen Dschungel aus Begriffen. Doch für E-Bikes gelten andere Gesetze als für Elektroautos. In diesem Artikel klären wir auf, welche Anschlüsse für welchen Zweck sinnvoll sind:
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Die Schuko-Steckdose (230V): Der Klassiker. Nahezu jeder E-Biker hat sein eigenes Ladegerät dabei. Eine wetterfeste, professionell installierte Schuko-Dose ist daher die Basis jeder guten Station.
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USB-C High-Speed: Der moderne Standard für mobile Endgeräte. Da moderne E-Bikes oft smarte Displays oder Handys zur Navigation nutzen, ist ein schneller USB-Port ein extrem geschätzter Zusatz-Service.
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Fest installierte Ladekabel: Oft verlockend, aber wartungsintensiv. Da jeder Fahrradhersteller (Bosch, Shimano, Brose etc.) eigene Stecker nutzt, ist eine universelle Steckdose meist die langlebigere und günstigere Wahl.
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IP-Schutzklassen: Im Außenbereich unverzichtbar. Achten Sie darauf, dass die Technik mindestens gegen Spritzwasser geschützt ist, um Kurzschlüsse bei Regen zu vermeiden.
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Sicherheit & Brandschutz: Eine gute Station trennt die Elektrik sicher vom Gehäuse und verlagert den thermisch kritischen Ladevorgang nach draußen.
Fazit: Die Mischung macht’s. Eine Kombination aus robuster 230V-Technik und moderner USB-Versorgung deckt 99 % aller Bedürfnisse ab.


Die Standort-Analyse – Wo macht welche Station Sinn?
Titel: Vom Gipfelkreuz bis zur Hotellobby: Wo E-Bike-Laden zum Erlebnis wird
Nicht jeder Standort stellt die gleichen Anforderungen an eine Ladestation. Wer die Bedürfnisse seiner Nutzer kennt, investiert effizienter. Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Einsatzszenarien:
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Touristische Hotspots + Radwege: Hier zählt pure Robustheit. Die Station muss Wind, Wetter und grober Behandlung trotzen. Ein „Urviech“ aus massivem Stahl ist hier die einzige Versicherung gegen schnelle Abnutzung.
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Hotellerie + Gastronomie: Hier ist das Design die Visitenkarte. Die Station sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken, sondern sich ästhetisch in die Architektur einfügen – etwa durch eine hochwertige Pulverbeschichtung oder Art-Editionen.
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Büros + Gewerbeobjekte: Hier steht die Effizienz im Vordergrund. Die Station muss GEIG-konform sein und eine große Anzahl an Mitarbeitern gleichzeitig und sicher versorgen können.
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Kliniken + soziale Einrichtungen: Sicherheit ist hier das oberste Gebot. Die klare Trennung von Gebäude und Ladepunkt minimiert Haftungsrisiken und sorgt für einen reibungslosen Ablauf im sensiblen Umfeld.
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Öffentliche Plätze + Kommunen: Hier ist Vandalismusschutz das Hauptargument. Die Technik muss hinter massivem Metall geschützt sein, um langfristig funktionsfähig zu bleiben.
Fazit: Analysieren Sie zuerst Ihren Nutzer. Braucht er nur Strom oder auch ein Gefühl von Sicherheit und Wertschätzung?
02-2026
E-Mobility News: Ionity
knackt die 600-kW-Marke – Ladegeschwindigkeit in neuer
Dimension
Die Welt der Hochleistungsinfrastruktur entwickelt sich in
rasantem Tempo. Ein aktueller Paukenschlag kommt vom Anbieter
Ionity: Das Unternehmen integriert erstmals die
Megawatt-Ladesysteme vom Typ HYC1000 von Alpitronic in sein
öffentliches Ladenetz. Damit verdoppelt Ionity fast die
bisherige maximale Ladeleistung von 350 kW auf beeindruckende
600 kW.
Was bedeutet das für die Praxis?
Für die Nutzer bedeutet dieser Leistungssprung eine massive
Zeitersparnis. Kompatible Elektrofahrzeuge (wie derzeit etwa
Modelle von Xpeng) können damit in unter acht Minuten Energie
für rund 300 Kilometer Reichweite nachladen. Zum Vergleich:
Xpeng selbst gibt für den 80er-Akku eine Ladedauer von etwa 12
Minuten an – ein Wert, der zeigt, dass die Infrastruktur hier
bereits der Fahrzeugtechnik einen Schritt voraus ist.
Die Technik dahinter:
Dynamische Verteilung: Die Ladeeinheit HYC 1000 verfügt über
eine Gesamtleistung von 1.000 kW und kann diese dynamisch auf
mehrere Ladepunkte aufteilen.
Maximale Power: Wenn nur ein Fahrzeug lädt, stehen diesem die
vollen 600 kW zur Verfügung.
Wachstum in Europa: Mit diesem Schritt überschreitet Ionity die
Marke von 6.000 HPC-Ladepunkten (High Power Charging ab 150 kW)
in ganz Europa.
Erster 600-kW-Standort in Deutschland
Der Startschuss in Deutschland fällt in Kürze in Werne
(Nordrhein-Westfalen). Dort entsteht ein neuer Ladepark mit
acht dieser 600-kW-Ladepunkte. Interessanterweise bleibt Ionity
seinem bisherigen Konzept treu: Auch dieser Hochleistungspark
wird zunächst ohne Überdachung in Betrieb gehen.
Unser Fazit von E-Bikego: Diese Entwicklung zeigt deutlich,
dass der Anspruch an die Ladeinfrastruktur massiv steigt. Ob
Megawatt-Laden für PKW oder unsere Premium-Lösungen für
E-Bikes: Der Nutzer von heute gibt sich nicht mehr mit
langsamen Standardlösungen zufrieden. Wir beobachten diesen
Trend genau, um auch für den Zweiradsektor immer die
technologische Speerspitze zu bieten.
03-2026
Ausbauphase für die öffentliche E-Ladeinfrastruktur in Frankfurt am Main. Die zentralen Punkte sind:
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Erweiterung des Netzes: Geplant ist die Ausschreibung von rund 400 neuen AC-Ladepunkten (Wechselstrom) und 20 DC-Ladepunkten (Gleichstrom), um die Grundversorgung im Stadtgebiet weiter zu stärken.
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Das „Frankfurter Modell“: Die Stadt setzt auf ein Open-Market-Modell. Das bedeutet, Frankfurt baut und betreibt selbst keine Ladesäulen, sondern stellt öffentliche Flächen zur Verfügung, auf die sich private Betreiber bewerben können. Die Vergabe erfolgt transparent über ein Losverfahren.
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Bedarfsorientierte Planung: Die Standorte werden so gewählt, dass sie flächendeckend im gesamten Stadtgebiet verteilt sind und dort entstehen, wo die Nachfrage besonders hoch ist (z. B. im Wohnumfeld oder an stark frequentierten Orten).
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Aktueller Bestand: Derzeit gibt es in Frankfurt bereits über 2.100 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Ziel ist es, diese Zahl bis 2027 auf über 3.000 zu steigern, um dem rasanten Anstieg der Elektrofahrzeuge gerecht zu werden.
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Strategische Ziele: Durch den Wettbewerb privater Anbieter soll eine schnellere Umsetzung und eine effiziente Koordination zwischen Verwaltung, Netzbetreibern und Betreibern gewährleistet werden.
Zusammenfassend forciert Frankfurt den Ausbau durch eine enge Kooperation mit der Privatwirtschaft, um eine zukunftsfähige Infrastruktur für die wachsende Zahl an E-Autos sicherzustellen.
02-2026
Ladepflicht 2025: Warum „nur eine Steckdose“ für Hotels zu wenig ist
1. Die harte Faktenlage: Das GEIG-Urteil
Seit Anfang 2025 greift eine entscheidende Stufe des Gebäudeelektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes (GEIG). Für Hoteliers bedeutet das:
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Die Pflicht: Bestehende Nichtwohngebäude (also auch Hotels) mit mehr als 20 Stellplätzen müssen seit dem 01.01.2025 über mindestens einen Ladepunkt verfügen.
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Die Strafe: Wer die Frist ignoriert, riskiert Bußgelder. Es handelt sich hierbei nicht mehr um eine „Kann-Bestimmung“, sondern um eine gesetzliche Auflage.
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Der Trend: Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) wird die Anforderungen in den nächsten Jahren sogar noch weiter verschärfen (mehr Ladepunkte, mehr Infrastruktur für Zweiräder).
2. „Luft nach oben“: Der Status Quo in der Hotellerie
Obwohl das Gesetz PKW-Ladepunkte vorschreibt, zeigt die Realität eine große Lücke beim Thema E-Bikes:
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Viele Hotels erfüllen das Gesetz mit einer Alibi-Wallbox für Autos, vernachlässigen aber die rasant wachsende Gruppe der E-Biker.
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Oft findet man „Lösungen“, die eher an eine provisorische Baustelle erinnern (Verlängerungskabel aus dem Fenster), was weder versicherungstechnisch noch optisch zum Premium-Anspruch eines Hotels passt.
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Das Problem: Ein Hotelgast, der .000~€$ für sein E-Bike ausgegeben hat, will keine „Notlösung“, sondern Infrastruktur, der er vertraut.
3. Investition vs. Nutzen: Überschaubarer Aufwand
Die gute Nachricht für Hoteliers: Der Ausbau von E-Bike-Lademöglichkeiten ist deutlich günstiger und unkomplizierter als bei PKW-Ladeparks.
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Geringe Netzlast: Während PKW-Schnelllader oft teure Netzerweiterungen brauchen, lässt sich eine Gruppe von E-Bike-Ladeständern meist problemlos an das bestehende Netz anschließen.
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Förderungen: Es gibt zahlreiche regionale Förderprogramme, die die Anschaffung von Ladeinfrastruktur mit bis zu 40 % bezuschussen.
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Image-Gewinn: Eine Station wie das „Urviech“ amortisiert sich nicht nur über den Stromverkauf, sondern über die Gewinnung von zahlungskräftigen Radtouristen, die gezielt nach „E-Bike-freundlichen“ Häusern suchen.
4. Unterstützung durch Spezialisten
Niemand erwartet vom Hotelier, dass er selbst zum Elektro-Ingenieur wird. Hier kommen Spezialisten ins Spiel, die den Betrieb abnehmen:
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Hardware-Profis: Liefern modulare Systeme (wie LD Industrietechnik), die „Plug & Play“ funktionieren.
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Betreiber-Modelle: Es gibt Anbieter, die von der Abrechnung bis zur Wartung alles übernehmen.
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Planungshilfe: Architekten und GaLa-Bauer greifen heute auf fertige Ausschreibungstexte und Fundament-Lösungen (BetoBase) zurück, um die Montagezeit am Objekt zu minimieren.
„Bucks Fazit“ für den Artikel:
„Das Gesetz von 2025 ist kein lästiges Übel, sondern ein Weckruf. Wer heute nur das Minimum erfüllt, verliert morgen die Gäste, die Mobilität modern interpretieren. Ein Ladeständer ist kein technisches Bauteil, sondern ein Service-Versprechen an den Gast.“
13.03.2026
CUBOS sicherten sich Ausbau der Ladeinfrastruktur in Niedersachsen
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Zuschlag im EU-Verfahren: CUBOS hat sich in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren durchgesetzt und wird neuer Rahmenvertragspartner des Landes Niedersachsen.
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Projektumfang: Geplant ist die Errichtung von über 400 AC- und DC-Ladepunkten an rund 160 Liegenschaften. Dazu zählen insbesondere Polizeistandorte und andere wichtige Landeseinrichtungen.
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Zielsetzung: Der Fokus liegt auf dem Aufbau einer flächendeckenden, nicht-öffentlichen Ladeinfrastruktur für Dienstfahrzeuge des Landes. Dabei stehen Betriebssicherheit und maximale Verfügbarkeit im Vordergrund, was besonders für den Einsatz bei der Polizei und im Straßenbetriebsdienst kritisch ist.
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Technik & Backend: Die Vernetzung der Ladestationen erfolgt über ein intelligentes, skalierbares Backend, das ein integriertes Gesamtsystem schafft. CUBOS fungiert hierbei als Charge Point Operator (CPO) und setzt auf herstellerübergreifende Hard- und Softwarelösungen.
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Finanzieller Rahmen: Das Land Niedersachsen hat seit 2021 bereits rund 50 Millionen Euro in den Aufbau der behördeninternen Ladeinfrastruktur investiert, um die Elektrifizierung des staatlichen Fuhrparks voranzutreiben.
Bucks Kommentar: Ein starkes Signal aus Hannover – Aber Design bleibt Privatsache
„Dass Niedersachsen bei der Elektrifizierung des Landesfuhrparks ernst macht und über 50 Millionen Euro investiert, ist ein Meilenstein für unser Land. Der Zuschlag für Cubos zeigt, dass wir hier im Norden die Kompetenz für großflächige Infrastrukturprojekte haben.
Aber man muss genau hinschauen: Hier geht es primär um die ‚interne‘ Logistik – also Ladeplätze für die Polizei und Landesbehörden. Das ist die notwendige Basisarbeit. Was dieser Großauftrag aber auch verdeutlicht: Während der Staat die funktionale Grundversorgung für seine Flotten sichert, bleibt die Kür – also die repräsentative Ladeinfrastruktur für Gäste, Touristen und Kunden – in der Hand der Privatwirtschaft.
Für uns in Niedersachsen bedeutet das: Die Behörden laden jetzt funktional hinter verschlossenen Türen. Für Hotels, Gastronomie und Unternehmen in unserer Region ist das der Weckruf, jetzt beim ‚sichtbaren‘ Laden nachzuziehen. Ein Polizeihof braucht keine Design-Preise zu gewinnen, aber ein Hotel im Harz oder an der Küste schon.
Wir freuen uns über den Schwung, den dieser Landesauftrag in die regionale Branche bringt. Es zeigt: Das Know-how sitzt hier bei uns im Norden. Jetzt gilt es, diesen Schwung zu nutzen und auch die ästhetische Seite der Mobilitätswende in Niedersachsen anzuführen.“
10.03.2026
Claudia Kemfert über die „Laternenparker“-Hürde
Claudia Kemfert ist eine der profiliertesten Stimmen für die Energiewende. Ihr Hauptargument in dem Bremen-Check ist: Die Antriebswende scheitert nicht an der Reichweite, sondern an der sozialen Gerechtigkeit der Infrastruktur.
1. Das „Privileg“ der Garage beenden
Bisher ist E-Mobilität oft ein „Eigenheim-Luxus“. Wer eine Garage hat, lädt nachts günstig. Wer an der Straße parkt (der klassische Laternenparker in Bremen-Findorff oder dem Viertel), hat das Nachsehen. Kemfert fordert:
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Ladepunkte müssen zum Stadtmöbel werden: Genau wie Straßenlaternen oder Parkbänke.
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Preisharmonisierung: Es darf nicht sein, dass öffentliches Laden massiv teurer ist als das Laden an der eigenen Wallbox.
2. Der „Bremen-Ansatz“: Quartiersnahes Laden
Für Bremen empfiehlt sie, nicht jede einzelne Laterne mit 3,7 kW aufzurüsten (zu langsam, zu teuer im Unterhalt), sondern auf Quartiers-Hubs zu setzen:
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Multimodale Stationen: Ladeinseln in Wohngebieten, kombiniert mit Car-Sharing und sicheren Abstellmöglichkeiten für E-Bikes.
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Flächeneffizienz: Da der Platz in Städten wie Bremen begrenzt ist, müssen Parkplätze mehrfach genutzt werden (Laden + Carsharing).
3. Tipps für die Politik & Kommunen
Kemferts konkrete Ratschläge für Städte wie Bremen sind:
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Bürokratieabbau: Die Genehmigung für einen Ladepunkt im öffentlichen Raum dauert oft noch Jahre. Das muss in Wochen gehen.
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Einbeziehung der Arbeitgeber: Da viele Laternenparker tagsüber bei der Arbeit sind, muss das „Laden beim Arbeitgeber“ steuerlich und bürokratisch massiv vereinfacht werden (ein riesiger Hebel!).
Buck's-Kommentar: Warum die „Lade-Lücke“ das größte Risiko der Verkehrswende ist
Die Forderung von Prof. Dr. Claudia Kemfert, dass Elektromobilität nicht vom Haustyp abhängen darf, trifft den Kern des aktuellen Infrastruktur-Dilemmas. Wenn wir die Verkehrswende ernst meinen, müssen wir die „Privilegierung der Garage“ beenden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Ladeinfrastruktur muss dorthin, wo das Leben stattfindet – und zwar für alle.
Vom „Laternenparker“ zum „Gästeservice“
Was Kemfert für den öffentlichen Raum in Bremen fordert, gilt eins zu eins für den gewerblichen Bereich und die Hotellerie. Wenn der Gast (oder der „Laternenparker“ am Arbeitsplatz) keine verlässliche, ästhetische und technisch hochwertige Lademöglichkeit vorfindet, bleibt die Mobilitätswende ein theoretisches Konstrukt.
Das GEIG (Gebäudeelektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz) hat 2025 den gesetzlichen Rahmen gesetzt, aber die Wissenschaft mahnt zu Recht an, dass die Qualität der Umsetzung entscheidend für die Akzeptanz ist.
Drei Lehren aus der Kemfert-Analyse für unsere Branche:
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Sichtbarkeit schafft Vertrauen: Nur wenn Ladepunkte zum gewohnten Bild im Stadt- und Hotel-Umfeld werden, sinkt die Barriere für den Umstieg.
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Multimodalität denken: Es geht nicht nur um PKW. Die „Laternenparker“ der Zukunft sind auch E-Biker, die eine sichere Infrastruktur am Zielort (Arbeit, Hotel, Restaurant) erwarten.
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Ästhetik als Akzeptanzfaktor: Infrastruktur darf nicht als „Fremdkörper“ wahrgenommen werden. Modulare, designorientierte Lösungen sind der Schlüssel, um die notwendige Hardware organisch in unsere Lebensräume zu integrieren.
Mein Fazit: Wir müssen aufhören, Ladesäulen als lästige Pflichtaufgabe zu betrachten. Sie sind das Rückgrat einer demokratisierten Mobilität. Wer heute in hochwertige Technik investiert, löst genau das Problem, das die Wissenschaft als größte Hürde identifiziert hat: Die Abhängigkeit vom eigenen Stellplatz.
13.03.2026
Meilenstein an der Elbe: enercity weiht 120. Ladepunkt in Hamburg ein
Die Expansion des Hannoveraner Energiedienstleisters enercity nimmt in der Hansestadt massiv Fahrt auf. Mit der Inbetriebnahme des 120. öffentlichen Ladepunkts in Hamburg setzt das Unternehmen ein deutliches Zeichen: Die Mobilitätswende im Norden kennt keine Stadtgrenzen. Das Engagement zeigt, dass enercity den Hamburger Markt als strategischen Kernpunkt für ein flächendeckendes Ladenetzwerk im Norden versteht.
Sichtbarkeit durch Präzision: Qualität aus Hollenstedt
Ein Ladepunkt in einer Metropole wie Hamburg muss sofort ins Auge springen, um Fehlbelegungen zu vermeiden und eine intuitive Nutzung zu ermöglichen. Hier kommt regionales Handwerks-Know-how ins Spiel: Die markante grüne Kennzeichnung des enercity-Stellplatzes wurde fachgerecht von der HP-Fahrbahnmarkierung aus Hamburg / Hollenstedt durchgeführt.
Diese Zusammenarbeit unterstreicht, dass Infrastruktur mehr ist als nur Technik – sie benötigt klare, visuelle Kommunikation im öffentlichen Raum, um von den Bürgern akzeptiert und genutzt zu werden.


